Nach Laatzen-Mitte ist Rethen der größte Laatzener Stadtteil. Von einem Bauerndorf mit rund 100 Einwohnern in der Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich Rethen zu einem beliebten Wohnort entwickelt: Heute leben 9000 Menschen dort. Lange Zeit galt der Stadtteil daher als Laatzens Boomtown. 1250 lediglich als „Filialgemeinde“ von Gleidingen gegründet, hat es den Nachbarort in der Entwicklung längst überholt.

In Rethen wird Familienfreundlichkeit großgeschrieben. Im Stadtteil gibt es eine Grundschule, drei Kindergärten, ein Marktzentrum, ein Seniorenheim, einen  S-Bahnhof sowie zwei Gewerbegebiete. Das nach dem Abriss des Hallenbades entstandene Familienzentrum an der Braunschweiger Straße hat ebenfalls die Wohnqualität weiter erhöht. Zahlreiche Vereine und Institutionen nutzen das Gebäude. Der Volkschor Rethen hält dort regelmäßig seine Übungsabende ab, außerdem können Kunstliebhaber häufig Ausstellungen besuchen. Aber auch das Haus des Kunstkreises an der Hildesheimer Straße hält ein vielfältiges Angebot bereit, das Gäste aus der gesamten Region nutzen. Das Rethener Männer-Quartett und der Musikverein Rethen pflegen musikalische Traditionen. Dank dem Turn- und Sportverein (TSV) und dem Fußball-Club (FC) lässt sich eine Fülle an Sportarten in Rethen ausüben – von Turnen bis hin zu Boule. Die Anwohner schätzen die gute Verkehrsanbindung des Stadtteils. Zwei Bundesstraßen, die nahe Autobahn, die SBahn und zwei Straßenbahnlinien sorgen für eine schnelle Verbindung zur Landeshauptstadt und Hildesheim. Bauplätze in den Neubaugebieten fanden in den vergangenen Jahren umgehend Käufer.

Einmal im Jahr richtet der Schützenverein Rethen ein großes Volksfest aus, bei dem das ganze Dorf auf den Beinen ist. Hinzu kommen der Rethener Weihnachtsmarkt sowie das Erste- Mai-Fest. Sie werden regelmäßig von den Rethener Vereinen organisiert, die sich bereits 1965 zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen haben. Den Aufschwung brachte für Rethen der Bau der Bahnlinie von Hannover nach Kassel, die 1853 in Betrieb genommen wurde. Daraufhin wurde in Rethen 1876 auf einem Gelände zwischen dem alten Dorf und der Bahnstrecke die Zuckerfabrik gebaut, die mehr als ein Jahrhundert lang den Ort prägte. In den 60er- Jahren fusionierte sie mit den Zuckerfabriken Schellerten und Weetzen und war fortan lange Zeit der drittgrößte Produzent von Zucker und Sirup in ganz Norddeutschland. Zeitweise waren in der Fabrik bis zu 500 Menschen beschäftigt. 1993 endete die Ära der Rethener Zuckerfabrik. Wegen der Überkapazität auf dem Zuckermarkt wurde sie geschlossen und kurz darauf abgerissen.

Sie machte Platz für ein Neubaugebiet, in dem unter anderem der Wohnpark Rethen entstanden ist, ein Pflegeheim, in dem heute knapp 90 Senioren betreut werden. Außerdem wurden Wohnhäuser und ein modernes Marktzentrum mit zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten errichtet. Das Gewerbegebiet Rethen-Nord ist längst eine feste Größe in der Region geworden. Große  Unternehmen wie Obi, Möbel Boss und die Metro haben sich dort ebenso angesiedelt wie kleinere Betriebe aus zahlreichen weiteren Branchen. Doch trotz der florierenden Wirtschaft hat sich Rethen auch seine dörflichen Strukturen bewahrt. Vor allem im alten Ortskern gibt es noch historische Fachwerk- und Backsteinbauten, die an das einstige Bauerndorf erinnern.

Rethen auf einen Blick:
• Einwohner (Stand 29.8.2017): 8995
• Gründung: 1250
• Schulen: Grundschule Rethen
• Kirchen: St.-Petri-Kirche
• Größter Verein: TSV Rethen
• Sehenswürdigkeiten: St.-Petri-Kirche
• Ortsbürgermeisterin: Helga Büschking