Margret Saxowsky: Ich lebe gerne hier, weil alle Wege sehr kurz sind.

Seit wann leben Sie in Laatzen-Mitte und was gefällt Ihnen daran?
Mein Mann und ich sind im Dezember 1973 – am Tag nach unserer Heirat – nach Ingeln gezogen. Die kleine selbstständige Gemeinde gehörte damals noch zum Landkreis Hildesheim. Laatzen-Mitte wurde gerade erst bebaut. Zwei Jahre später sind wir dann nach Laatzen-Mitte gezogen, weil wir beide im neuen Rathaus der Stadt Laatzen Arbeit gefunden hatten. Ich lebe gerne hier, weil Laatzen die Stadt der kurzen Wege ist.

Wo gibt es aus Ihrer Sicht Verbesserungspotenzial?
Es gibt viel zu viele Ampeln hier und keine grünen Rechtsabbieger. Mit mehr Kreisverkehrsplätzen würde der Kraftfahrzeugverkehr flüssiger laufen. Sie sind Gründungsmitglied im Förderverein Park der Sinne und heute noch im Vorstand. Was reizt Sie so an dem Park? Ich habe das Parkgelände kennengelernt als Müllkippe, die im Rathaus verwaltet werden musste. Wir waren froh, als sie geschlossen wurde. Erst Mitte der 90er-Jahre wurde die alte Müllkuhle wieder Thema im Rathaus. Die Landeshauptstadt sollte Ausrichterin der Weltausstellung Expo 2000 werden. Wir im Rathaus haben eine Arbeitsgruppe Weltausstellung gebildet und fanden Unterstützung beim Garten- und Landschaftsarchitekten Hans-Joachim Adam in Hannover. Er konnte sich vorstellen, auf einer ehemaligen Müllkippe den Park der Sinne zu entwickeln. Damals war ich Umweltschutzbeauftragte im Rathaus und auch schon für den Natur- und Landschaftsschutz tätig. Ich fand es hochinteressant und wichtig, einen „Deckel“ über die Müllhalde zu bekommen, und habe im zuständigen Team mitgearbeitet.

Gibt es auch Ecken, die Ihnen nicht gefallen?
Einige Bereiche haben sich anders als geplant entwickelt. Das ist nun mal so mit Menschenwerk im Naturhaushalt. Im Moment gefällt mir das Trockental gar nicht mehr gut. Es gibt aber schon Ideen, dort etwas zu verbessern.

Wer pflegt den Park?
Die Parkanlagen werden innerhalb der Saison von drei Fachkräften des Betriebshofes gepflegt. Im Winter ist eine Gärtnermeisterin allein da. Abgesehen von der gärtnerischen Grundpflege sind aber noch viele andere Dinge zu erledigen. Manchmal werden zusätzliche Fachfirmen gebraucht, die Wege anlegen oder ausbessern, technische Anlagen im Park müssen gewartet oder erneuert werden. Es fallen viele unterschiedliche Aufgaben an.

Seit 2006 sind Sie ehrenamtliche Naturschutzbeauftragte der Region Hannover für die Stadt Laatzen. Welche Aufgaben gehören dazu?
Ich unterstütze die hauptamtlichen Kollegen der Naturschutzbehörde in Hannover. Aufgrund meiner langjährigen hauptamtlichen Tätigkeit als Umweltschutzbeauftragte und Teamleiterin Naturschutz im Rathaus der Stadt habe ich nicht nur gute Ortskenntnisse, sondern auch Erfahrung mit den Gegebenheiten in den sehr unterschiedlichen schützenswerten Biotopen in Laatzen. Ich treffe viele andere engagierte Menschen in Laatzens Vereinen und Naturschutzorganisationen, die sich um verschiedene Artenschutzbelange kümmern. Naturschutzarbeit ist viel Netzwerkarbeit. Man kann das nicht alleine machen.

Ärgern Sie sich oft darüber, dass sich so viel Müll in der Natur ansammelt?
Ja! Müll sammelt sich aber nicht einfach so an. Solange Menschen ungestraft einfach fallenlassen dürfen, was weg soll, wird es immer schlimmer. Unser Luxusleben und verantwortungsloses Handeln kostet dem Planeten das Leben. Die Weltmeere ersticken in Plastik.

Seit zwei Jahren engagieren Sie sich auch beim Netzwerk für Flüchtlinge. Warum?
Als wir sehr schnell immer mehr Flüchtlinge aufnehmen mussten, war Deutschland anfangs in einer eher euphorischen Stimmung und die Menschen zeigten sich sehr hilfsbereit, auch in Laatzen. Meinem Mann und mir war sofort klar, dass unsere ehemaligen Kollegen im Rathaus die neuen Herausforderungen nicht allein meistern konnten. Die VHS brauchte außerdem dringend Unterstützung in den Deutschkursen. Einige junge Männer aus Syrien treffen wir seit dieser Zeit immer wieder in Laatzen. Die Menschen haben Angst vor den Bomben und sie haben Heimweh, sie sind einsam und können doch nicht zurück in ihre Heimat – noch nicht. Die Arbeit im Flüchtlingsnetzwerk nimmt kein Ende. Wir brauchen dringend mehr ehrenamtliche Helfer. Jeder, der sich bei der Geschäftsstelle am Marktplatz meldet, ist herzlich willkommen. Denn jeder kann etwas beitragen, man braucht nur ein wenig Mut für den ersten Schritt.