Tassilo Hahne: „Ich kann mir nicht vorstellen, woanders zu wohnen, weil Gleidingen gegenwärtig meinen familiären und beruflichen Lebensmittelpunkt darstellt, den ich an keinem anderen Ort der Welt finde.“

Tassilo Hahne lebt seit seiner Geburt in Gleidingen und ist Vorsitzender des Kirchenvorstands der evangelischen St.-Gertruden- Gemeinde

Wie lange wohnen Sie schon in Gleidingen und warum?
Seit 1976, das heißt seit meiner Geburt. Meine Familie bewirtschaftet hier seit Generationen einen landwirtschaftlichen Betrieb, der heute meinen Arbeitsplatz darstellt.

Haben Sie einen Lieblingsort in Gleidingen? Wenn ja – wo?
Meinen Garten und die Terrasse.

Was mögen Sie besonders an Gleidingen?
Gleidingen ist ein großer Ort mit sehr guter Verkehrsanbindung, der sich dennoch einen dörflichen Charakter mit Gemeinde- und Vereinsleben erhalten hat. Mir gefällt, dass hier jeder etwas für sich finden kann.

Gibt es auch etwas, das Ihnen nicht so gut gefällt?
Der Lärm der Eisenbahn, aber vielleicht tut sich da ja was …

Sie sind seit 2,5 Jahren Vorsitzender des Kirchenvorstandes St. Gertruden. Was hat Sie dazu bewegt, sich in der Kirche zu engagieren?
Ich finde, dass es aktueller denn je ist, sich irgendwo für unsere Gesellschaft zur engagieren. Die Kirche bietet dabei Raum zum Engagement für und mit christlichen Werten im Kleinen, zum Beispiel im Gemeindeleben oder dem Friedhof, und im Großen, insbesondere dem Einstehen für die christliche Überzeugung.

Die St.-Gertruden-Gemeinde richtet mit Gertrudens Kulturladen regelmäßig kulturelle Veranstaltungen aus. Wie ist es zu dem Angebot gekommen?
Die Idee stammt von einem ehemaligen Pfarrstelleninhaber. Es ging darum, den weniger mobilen, aber zugleich interessierten Gleidingerinnen und Gleidingern Kultur vor Ort und im Rahmen der Kirchgemeinde zu bieten. Es ist dem Ideenreichtum und dem Engagement der Mitglieder des Kulturladens zu verdanken, dass dieses Angebot bis heute Bestand hat.

Der Vorstand der St.-Gertruden-Gemeinde hat Anfang 2017 eine Stiftung gegründet. Warum?
Als Gemeinde müssen wir uns der Realität abnehmender Mitgliedszahlen der Kirche und damit schrumpfender Finanzierungsspielräume stellen. Die Stiftung ist ein wichtiges Instrument, um das Gemeindeleben langfristig bei kirchlichen, kirchlich-kulturellen und diakonischen Aufgaben zu unterstützen.

Wird die Stiftung in der St.-Gertruden-Gemeinde gut angenommen?
Die Stiftung ist zwar noch sehr jung, aber das Interesse der Gemeindemitglieder ist bereits geweckt. Dies spiegelt sich zum einen in den Nachfragen aus der Gemeinde, zum anderen durch bereits eingegangene Zustiftungen von Gemeindemitgliedern, um das Stiftungsvermögen zu erweitern. Das im Februar gegründete Kuratorium hat es sich zur ersten Aufgabe gemacht, die Stiftung im Ort durch Flyer und Veranstaltungen bekannter zu machen.