Grasdorf ist mit gerade einmal 3253 Einwohnern Laatzens kleinste Ortschaft. Vor dem Zweiten Weltkrieg prägten Landwirtschaft und Handwerk das Ortsbild. Im 19. Jahrhundert gab es in dem idyllisch am Rand der Leinemasch gelegenen Dorf etwa 60 Hofstellen. Später ließ die Stadt Hannover in der Grasdorfer Masch Ton abbauen. Viele Häuser in Hannover wurden in der Zeit ab 1890 mit Ziegeln aus Grasdorf gebaut. Denn bis 1943 gab es auch zwei Ziegeleien im Ort. Von der Masch aus führten zwei Drahtseilbahnen zu den Werken auf dem Gelände des heutigen Krankenhauses.

Doch die Nacht zum 23. September 1943 zerstörte alles. Hunderte Bomben vernichteten etwa 80 Prozent der Gebäude in Grasdorf. Es gab mehrere Tote. Nur wenige Höfe wurden wieder aufgebaut, sodass der Ort seine bäuerliche Struktur fast gänzlich verlor. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeiteten die meisten Grasdorfer in Hannover und Laatzen.

Auf den großen Feldflächen Grasdorfs wurde Ende der 60er- Jahre Laatzen-Mitte quasi aus dem Nichts erbaut, auf dem Gelände einer der früheren Ziegeleien entstand das heutige Klinikum Agnes Karll. Damit verfügt der Ort über eine medizinische Versorgung, die weit über die Stadtgrenzen hinaus in Anspruch genommen wird. Aber auch das aquaLaatzium zieht Besucher aus der gesamten Region an. Vom einstigen Bauerndorf hat sich Grasdorf zu einem begehrten Wohnort mit viel Lebensqualität entwickelt. Durch die angrenzende Leinemasch hat der Ort einen hohen Freizeit- und Erholungswert. Die südliche Leineaue zählt mit zu den beliebtesten Naherholungszielen in der Region Hannover. Große Teile von ihr stehen unter Naturschutz. Denn die saftigen Auen, die oft von der Leine überschwemmt werden, sind mit ihren Feuchtbiotopen ein Paradies für seltene Vogelarten. Jedes Jahr nisten Störche in der Masch und ziehen dort ihre Jungen auf. Aber auch der seltene Eisvogel ist am Rande der Leine heimisch sowie der Biber, der sich dort wieder angesiedelt hat. In der alten Feuerwache hat der NABU Quartier bezogen und startet von dort aus regelmäßig Erkundungstouren in die Natur.

Ein weitreichendes Wegenetz lädt zu Wanderungen, Radtouren und zur Tierbeobachtung ein. Große Teile der Leineaue gehören der Stadtwerke Hannover AG, die dort ein Wasserwerk betreibt und die Flächen zur Wassergewinnung nutzt.

Zwei Sportvereine bieten vielfältige Freizeitmöglichkeiten: Der VfL Grasdorf zählt zu den größten Sportvereinen in Niedersachsen und bietet zahlreiche Sparten an, vom Breiten- bis zum Leistungssport. Der Traditionsverein Germania Grasdorf von 1908 hat eine sehr erfolgreiche Fußball-Abteilung.

Wahrzeichen des Orts ist die St.-Marien-Kirche im alten Ortskern. Sie wurde 1736 errichtet und 1943 von Bomben zerstört. Bis 1959 brauchten die Grasdorfer, um sie wieder neu aufzubauen. Heute zeugen nur noch wenige alte Bauernhäuser von Grasdorfs ursprünglichem Erscheinungsbild. Im alten Ortskern sind neue Einfamilien- und Reihenhäuser gebaut worden, die sich jedoch in die alte Bausubstanz einfügen und perfekt zum dörflich geprägten Ortsbild passen. Ende der 80-er Jahre wurde an der Kreuzung Am Thie/Kirchstraße ein Backsteinbrunnen errichtet, der schnell zum Dorfmittelpunkt wurde. Seitdem feiert Grasdorf jedes Jahr im September ein großes Brunnenfest, das weit über die Grenzen des kleinen Ortes hinaus bekannt ist.

Grasdorf auf einen Blick:
• Einwohner (Stand 7. Juli 2016): 3253
• Entstehung: 1236
• Schulen: Grundschule Grasdorf
• Kirchen: St-Marien-Kirche
• Größter Verein: VfL Grasdorf
• Sehenswürdigkeiten: St.-Marien-Kirche, Leinemasch
• Ortsbürgermeister: Alexander Muschal